Hinter starken Marken steckt Purpos

Im Wissenschaftsjahr 2018 steht das Thema Arbeitswelt der Zukunft voll im Fokus. Digitale Transformation und Agilität sind in aller Munde. Doch was brauchen Unternehmen um diesen Wandel zu vollziehen? Meine persönlichen Insights der Konferenz „Digitalisierung auf dem Prüfstand: Empowerment und Beteiligung in der agilen Arbeitswelt“ und wie Unternehmen die Transformation aktiv mitgestalten können, möchte ich gerne mit Ihnen teilen.
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In Zeiten der Digitalisierung solle man Kindern nichts beibringen, was Maschinen besser können, sondern Dinge, die Maschinen niemals können. Viel wichtiger seien: Werte, Überzeugungen, unabhängiges Denken, Teamwork und Mitgefühl! – In seiner Begrüßungsansprache zitiert Prof Dr. Andreas Boes die Worte des CEO der Alibaba Group Jack Ma.

5 DINGE DIE ICH AUS DER KONFERENZ MITNEHME:

I PURPOSE STATT PROFIT

Firmen, die einen Pupose haben, ziehen gute Talente an. Erst wenn Menschen gemäß ihrer Talente eingesetzt werden, findet Innovation statt.
„Die Leute haben viel mehr drauf als wir in den Unternehmen nutzen“ sagt Marc Stoffel, elected CEO der Haufe-umantis AG. Dr. Fassnacht, HR-Director Germany SAP ist sogar der Meinung, dass Jobprofile abgeschafft gehören.

II HERRSCHAFTSWISSEN ADÉ

„Das Herrschaftswissen in den Unternehmen gehört abgeschafft“, so Dr. Fassnacht. Unternehmensrelevante Daten sollten freigegeben und vertrauensvoll jederzeit und überall verfügbar gemacht werden, so Dr. Fassnacht.

III EXPERIMENTIEREN STATT LANGEM PLANEN

Lange Planungsabläufe werden obsolet. Firmen sind gebaut als gäb’s kein Interne so Marc Stoffel und „wenn wir die Prozesse im Unternehmen mit einem Betriebssystem vergleichen, laufen wir noch auf DOS“. Wie in der Softwareentwicklung schon lange üblich, solle man schnell anfangen und in kleinen Zyklen arbeiten.
Dafür brauchen Führungskraft und agiles Team einen Schutzraum in dem sie arbeiten können. Sie müssen experimentieren und scheitern dürfen, ohne Angst vor Konsequenzen. In der Realität herrscht in Deutschland aber zum einen immer noch ein konservatives Bild vor, welche Eigenschaften eine Führungskraft ausmachen, zum anderen befinden sich Leader agiler Teams oft in Sandwichpositionen, haben einerseits ein agiles Team zu führen und sind andererseits „von oben“ Kennzahlengetrieben.

V EMPOWERMENT FÜR DAS GANZE UNTERNEHMEN

Agiles Arbeiten kann dann stattfinden, wenn das Team empowered wird, also selbstbestimmt arbeiten kann. Dabei reicht keine Inselbildung agiler Teams in Unternehmen, das ganze Unternehmen muss umdenken und agil werden. Marc Stoffel ist der Meinung, es brauche tiefgehende Veränderungen. Die Unternehmen müssen ans Eingemachte gehen, dahin wo es richtig weh tut: Machtstrukturen auflösen bis hin zum Gesichtsverlust im Management. Sich einfach nur Dinge aus dem Silikon Valley abzuschauen und blutleer nachzuahmen, ohne dass es zur Unternehmenskultur passe, würde da auch nicht helfen.

V LEARNING CULTURE STATT INNERLICHER KÜNDIGUNG

Was für mich als Unternehmerin ein Selbstverständlich ist, ist in vielen Unternehmen nicht alltäglich: Ständiges und lebenslanges Learnen also eine „Learning Culture“, wie es Dr. Fehrmann nennt, müsse etabliert werden. Als er eines Tages nach Hause kam und seine Tochter fragte, was sie denn heute gelernt habe, erwiederte sie: „Papa, was hast DU heute eigentlich gelernt?“ Wir sollten uns jeden Tag aufs Neue fragen „Was haben wir gelernt?“.

Kardinal Reinhard Marx stellt in seiner Abschlussrede noch einmal heraus, dass wir die Möglichkeit haben, die digitale Transformation mitzugestalten. Angst sei noch nie ein guter Ratgeber gewesen und man solle sich jeden Tag aufs Neue überlegen „bin ich Teil der Lösung oder des Problems“?“